Wunsch nach mehr Wasser
Jubiläum / Schwimmclub feiert heute 50-jähriges Bestehen
 

 

STADTHAGEN (sk.) Die Bewegung im Wasser hat schon zu Kaisers Zeiten als gesellschaftsfähig gegolten. Bis ins 19. Jahrhundert reicht die Tradition des Schwimmclub Stadthagen zwar nicht zurück, und darum gibt es auch keine vergilbten Fotos mit schnurbärtigen Männern in Ringel-Einteilern. Auf 50 Jahre kann der Klub jedoch heute beim Schwimmerball zurückblicken. Am 10. September 1951 haben im Gasthaus zum "Goldenen Engel" 17 Stadthäger den Schwimmclub ins Leben gerufen. Zehn Jahre später wurde daraus ein eingetragener Verein. Vornehmlich die Kaufleute Karl Meier und Fritz Hävermann sowie der Druckereibesitzer Fritz Gieseke waren laut Peter Foraita (59), sportlicher Leiter des Vereins und seit 49 Jahren Mitglied, die Initiatoren.
Trainiert haben die Schwimmer Anfang der fünfziger Jahre dort, wo heute das "Torschreiberhaus" steht. An der nördlichen Wallanlage gab es eine Badeanstalt. Später diente ein teil des Teiches an der Jahnstraße als Schwimmbad. Das alte Freibad gibt es nicht mehr, es mutierte in den neunziger Jahren zur Eisbahn.
Als 1972 das Hallenbad gebaut wurde, verzeichnete der Schwimmclub 542 Mitglieder. Die Vereinsaktivität ist bei den Schwimmern naturgemäß eng an deren Sportstätte geknüpft. Als 1992 das Hallenbad abbrannte und der Klub unter anderem ins Bad Nenndorfer Bad ausweichen musste, sank die Mitgliederzahl promp auf 243. Mit Fertigstellung des Spaßbades Tropicana meldeten sich wieder Schwimmbegeisterte an. Heute zählt der Klub 400 Mitglieder; 85 Prozent sind jünger als 16 Jahre. Dass soviele Kinder und Jugendliche den Verein nutzen, freut Foraita einerseits - andererseits steht der Sportleiter vor einem Raumproblem. Im alten Hallenbad standen dem Klub an den Trainingsabenden fünf Bahnen zur Verfügung. Im Tropicana sind es nur drei. So ist es Foraita und seinen Übungsleiterkollegen kaum möglich, echte Leistungsriegen zu trainieren. Irgendwie muss halt allen Schwimmern - ob talentiert und ehrgeizig oder nicht - die Gelegenheit gegeben werden, den Sport auszuüben. So tendiere der Klub immer mehr zum Breitensport, erklärte Foraita. Auch Wellness-Angebote, Aquajogging, Babyschwimmen und Seniorenangebote würde der Klub gerne vorhalten. Aber: "Ich hab ja kein Wasser", drückt der sportliche Leiter die Lage mit seinen Worten aus.
Trotz begrenzter Trainingsmöglichkeiten ist der Klub sehr aktiv und erfolgreich im Wettkampfgeschehen. Bei 30583 Einzelstarts in den Jahren 1962 bis 2001 sprangen 4860 erste Plätze und 5700 zweite und dritte Plätze heraus. Foraita hob die Bedeutung des Schwimmclub Stadthagen, dem seit drei Jahren Michael Röhner vorsteht, auch als Ort ehrenamtlicher Jugendarbeit hervor. Dort lernten Kinder und Jugendliche sich einerseits im Team "zu fügen", aber auch sich "durchzubeißen".


(Schaumburger Nachrichten, 22. September 2001)

 

   
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